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Monastir, Tunesien

Geografie

Monastir ist eine Stadt an der zentralen Ostküste Tunesiens. Sie liegt 22 Kilometer östlich von Sousse und 140 Kilometer südlich von Tunis. Monastir liegt auf einer Halbinsel, im Norden begrenzt vom Golf von Hammamet und im Süden vom Golf von Monastir.

Diese Küstenstadt gehört zum Gouvernorat Monastir (etwa vergleichbar mit einem Landkreis). Sie hat rund 95.000 Einwohner und erstreckt sich über fast 2.300 Hektar.

Geschichte

Das antike Ruspina

Monastir liegt über den Ruinen einer antiken punisch-römischen Stadt namens Ruspina, ein Name, der „Halbinsel” bedeutet, denn die Lage der Stadt war schon damals von strategischer Bedeutung. Diese Stadt bestand fast zehn Jahrhunderte lang, vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr. Mehrere antike Autoren erwähnen Ruspina als eine große Hilfe für Hannibal Barkas während des Zweiten Punischen Krieges im 3. Jahrhundert v. Chr. Ruspina war zudem die erste Stadt, die sich mit Julius Cäsar verbündete, und blühte nach seinem Sieg rasch auf.

Monastir, eine arabisch-muslimische Stadt

Monastir war die erste arabisch-muslimische Stadt, die in Ifriqiya errichtet wurde. Sie diente der Verteidigung des Königreichs der Aghlabiden und seiner Hauptstadt Kairouan. Mit diesem Ziel erhielt Monastir im Jahr 796 auf Befehl des abbasidischen Kalifen Harun al-Raschid das größte und älteste Ribat des Maghreb. Diese Festung im Herzen der Stadt beeindruckt mit prächtigen Türmen und Bastionen.

Während des gesamten 16. Jahrhunderts, im spanisch-osmanischen Konflikt, war Monastir Ziel von Angriffen. Nachdem es der Annexion durch die Spanier entgangen war, organisierte sich die Stadt 1534 als Volksrepublik. Die Spanier annektierten sie gleichwohl 1550. Im Jahr 1554 annektierten die Osmanen sie ihrerseits und gliederten sie 1574 in die Regentschaft Tunis ein. Vom Beginn der osmanischen Präsenz in Tunesien an verfügte Monastir über ein Caidat (lokale Statthalterschaft), das unter anderem für die allgemeine Verwaltung, die Wahrung der Justiz und die Steuererhebung zuständig war.

Die moderne Stadt

Unter dem französischen Protektorat wurde die Stadt eher an den Rand gedrängt. Nach der Unabhängigkeit gewann Monastir seinen Rang zurück. Als Geburtsort von Habib Bourguiba, dem ersten Präsidenten der Tunesischen Republik, wurde es 1974 zur Hauptstadt des Gouvernorats, das seinen Namen trägt.

Einrichtungen und Baudenkmäler

Bourguiba ließ hier mehrere Einrichtungen und Baudenkmäler errichten. Im Jahr 1963, noch zu seinen Lebzeiten, gab er ein Mausoleum in Auftrag, das heute die sterblichen Überreste des ersten tunesischen Präsidenten birgt, der im Jahr 2000 starb. Im Zentrum der Stadt gelegen, ähnelt dieses eindrucksvolle Bauwerk einer Moschee, gekrönt von einer großen goldenen Kuppel und flankiert von zwei Minaretten von jeweils etwa zwanzig Metern Höhe. Bourguiba ließ zu seinen Ehren zudem einen Präsidentenpalast und eine Moschee errichten.

Der Bau des internationalen Flughafens von Monastir am Stadteingang hat die Stadt zusammen mit der Erschließung der Tourismuszone Skanès zu einem bedeutenden Zentrum des tunesischen Tourismus gemacht. Über den Tourismus hinaus ist die Stadt ein wichtiges medizinisches und akademisches Zentrum. Sie beherbergt Fakultäten für Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie sowie Privatkliniken und ein Universitätsklinikum (CHU). Monastir verfügt zudem über einen bedeutenden Umschlaghafen für den Olivenölmarkt.

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